Erste Schritte

Was tun im Todesfall? Die ersten 24 Stunden

Der Verlust eines nahestehenden Menschen ist eine der schwersten Erfahrungen im Leben. In dieser Ausnahmesituation müssen dennoch einige Schritte unternommen werden – aber nicht alle auf einmal. Diese Übersicht zeigt dir die ersten 24 Stunden in der Reihenfolge, in der die Aufgaben wirklich anstehen.

1. Die allerersten Momente

Wenn ein Mensch zu Hause oder im Krankenhaus verstirbt, bleibt zunächst Zeit für einen Abschied im engsten Kreis. Nimm dir diesen Raum, wenn es sich für dich stimmig anfühlt. Erst danach beginnen die organisatorischen Schritte.

2. Den Arzt oder Notarzt informieren

  • Bei einem erwarteten Tod (etwa in der Palliativversorgung) informierst du den behandelnden Arzt.
  • Bei einem plötzlichen Tod rufst du den Notarzt (112). Dieser stellt den vorläufigen Totenschein aus.

3. Den Totenschein ausstellen lassen

Der Totenschein muss in der Regel innerhalb von 24 Stunden ausgestellt werden. Er ist die Voraussetzung für alle weiteren Schritte – ohne ihn darf der Verstorbene nicht überführt werden.

4. Einen Bestatter kontaktieren

Sobald der Totenschein vorliegt, kontaktierst du einen Bestatter deiner Wahl. Dieser übernimmt die Überführung, die weitere Organisation und die Beratung zu den Bestattungsarten. Die Wahl steht dir frei und ist nicht an Ort oder Zeitpunkt gebunden.

5. Angehörige und wichtige Personen informieren

Mach dir eine Liste der Personen, die zeitnah benachrichtigt werden sollten:

  • Familie und enge Freunde
  • Arbeitgeber des Verstorbenen
  • Pfarrer oder Trauerredner (falls eine Trauerfeier gewünscht ist)

6. Wichtige Dokumente zusammensuchen

Halte nach Möglichkeit folgende Unterlagen bereit:

  • Personalausweis oder Reisepass des Verstorbenen
  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde (falls verheiratet)
  • Versichertenkarte der Krankenkasse
  • Testament oder Vorsorgevollmacht (falls vorhanden)
  • Unterlagen zur letzten Wohnung

7. Was in den ersten 24 Stunden nicht sein muss

Vieles hat Zeit. In den ersten 24 Stunden brauchst du:

  • keine Verträge zu kündigen,
  • keine Entscheidung über die Bestattungsart unter Zeitdruck zu treffen,
  • keine großen finanziellen Entscheidungen zu fällen.

8. Wie du dich selbst schützen kannst

  • Nimm dir Auszeiten.
  • Bitte eine Vertrauensperson um Unterstützung.
  • Trink und iss regelmäßig, auch wenn es schwerfällt.

Zusammenfassung

Die wirklich dringenden Aufgaben der ersten 24 Stunden sind: Arzt oder Notarzt kontaktieren, Totenschein ausstellen lassen, Bestatter informieren und nahe Angehörige benachrichtigen. Alles Weitere darf in Ruhe folgen.

Haeufige Fragen

Muss der Totenschein wirklich innerhalb von 24 Stunden ausgestellt werden?
In der Regel ja. Er bestätigt den Tod und ist Voraussetzung für die Überführung sowie alle weiteren Schritte.
Wie schnell muss ich einen Bestatter rufen?
Es gibt keine Frist von Minuten. Zuerst zählt der Totenschein; den Bestatter kannst du in Ruhe danach kontaktieren.
Darf die verstorbene Person zunächst zu Hause bleiben?
In den meisten Bundesländern ja, für mehrere Stunden. Die genauen Fristen regelt das Bestattungsgesetz des jeweiligen Landes.

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine professionelle Beratung durch Behörden, Bestatter oder Rechtsanwälte. Bei akuten psychischen Belastungen wende dich bitte an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenfrei, rund um die Uhr).